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„Er ist für unser Land gefallen“
21.10.2010 | Elblichter.info
Neun Jahre ist es her, seitdem die USA unter dem Deckmantel einer Intervention für die Anschläge am 11. September 2001 den Krieg in Afghanistan entfacht haben. Seit dem Jahr 2002 beteiligt sich bekanntlich auch die deutsche Bundeswehr an dem ISAF-Einsatz unter der Führung der NATO. Die Konsequenz ist bezeichnend - in diesem Monat stieg die Anzahl der gefallenen deutschen Soldaten mittlerweile auf 44 an.

Am 7. Oktober 2010 ließ jüngst der 26jährige Oberfeldwebel Florian Pauli aus Halle in der Provinz Baghlan sein Leben. Die Explosion eines Sprengsatzes, gezündet durch einen Selbstmordattentäter, tötete ihn. Erneut ein junges Leben, welches für fremde Interessen aufgebracht wurde und trauernde Hinterbliebene und Freunde zurück lässt.

Der Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU)bezeichnete das Attentat, bei dem der junge Soldat sein Leben ließ, als perfide und feige und hob hervor, dass dieser für unser Land gefallen sei. Abschließend fügte er noch hinzu, „Ich empfinde die gewaltige Schwere der Verantwortung für das Leben eines Soldaten“ und „dass dieser erlebte Wahnsinn niemals seinen schrecklichen Siegeszug in unserer Welt antritt“.

Guttenberg scheint zu vergessen, dass er und die Clique der herrschenden Hauptakteure dieses Wahnsinns sind. Denn der Wahnsinn besteht darin, ein Volk gemäß den westlichen Werten zu demokratisieren und ihrer Freiheit zu berauben. Ein großer Teil der Afghanen lehnt weiterhin die Besetzung ab und somit ist die Legitimation, wie sie nach außen hin propagiert wird, nicht gegeben. Geschichtliche und religiöse Grundsätze sowie die Bewahrung von Freiheit und Souveränität stehen den Besatzern ablehnend gegenüber. Lediglich der kleine Teil der reichen Oberschicht würde sich die westliche Ideologiehaube überstülpen lassen. Der überwiegende Teil der Afghanen will sich jedoch nicht seiner Religion und Kultur berauben lassen. Der Wahnsinn findet demzufolge in den Köpfen der verantwortlichen Demokraten statt.

Die Kriegsschuldigen werden, wie auch die Geschichte aufzeigt, immer die richtigen Worte finden. Verpackt in Rührseligkeit und vermeintlich emotionaler Anteilnahme werden diese nach außen an das Volk getragen. Die Sinnhaftigkeit hinter den Worten „Er ist für unser Land gefallen“ und die Verlautbarung zur eingeräumten Verantwortung ist in Anbetracht der weiteren Vorgehensweise blanker Zynismus. Dieser Krieg, welcher ja bekanntlich als solcher erst seit relativ kurzer Zeit bezeichnet wird, dient einzig und allein den internationalen Konzernen und ideologischen Plänen der beteiligten. Der Oberfeldwebel Florian Pauli und alle anderen Opfer dieses Krieges ließen ausschließlich dafür ihr Leben und mit Sicherheit nicht für ihr Land.
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