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Albert Leo Schlageter in Oberschlesien
20.05.2010 | Spreelichter.info
In Oppeln regiert eine interalliierte Militärkommission und soll den "Frieden" sichern – dicht an der polnischen Grenze liegt auch das Sturmbataillon "Heinz", um deutsches Land gegen die Polen zu schützen, die Ansprüche auf Oberschlesien aus dem "Versailler Vertrag" geltend machen. Doch mithilfe der Engländer gelang es, eine Volksabstimmung über die künftige Zugehörigkeit Oberschlesiens durchzusetzen. Die Polen verhinderten mit gewaltsamen Aufständen eine rasche Abstimmung, die zuletzt erst am 20. März 1921 stattfinden konnte.

Französische Truppen liegen in allen größeren Ortschaften, polnische Insurgenten machen das Land unsicher, Hetzblätter werden verbreitet, die deutsche Polizei ist aufgelöst, die Demarkationslinie wird von französischen Scharfschützen bewacht. Doch die alte Grenze zu Polen ist offen – ungehindert kann die "Polska Organisacija Wojenna" Waffen ins Land schmuggeln und ihre Banden ausrüsten.

Die Deutschen sind wehrlos. Polen dringen in deutsche Dörfer vor, misshandeln die Bewohner, beschießen sie auf offener Straße. Die Deutschen klagen – die französische Militärpolizei schreitet ein, stellt Verhöre an – und das Urteil? Immer sind die Deutschen schuld – die Gefängnisse von Oppeln und Kosel füllen sich mit deutschen Männern.

Die Abstimmung naht – wird Oberschlesien sich für Deutschland entscheiden? Ja! – über 60 von Hundert stimmen für Deutschland! Schlesien bleibt deutsches Land – Hurra! Doch der Friede bleibt aus – die Franzosen ziehen nicht ab, die polnischen Überfälle gehen weiter. Oberschlesien soll polnisch werden! Wo ist das "Völkerrecht"?

Täglich stoßen die Polen über die Demarkationslinie vor, rauben, morden, sengen und brennen. Albert Leo Schlageter erhält mit seiner Kompanie vom Freikorps "Heinz" den Auftrag, aufs Schärfste gegen die Insurgenten vorzugehen und keinen Übergriff zu dulden.

Erneut stoßen die Polen vor – bei Slawentzitz und Ujest gelingt ihnen der Durchbruch! Schlageter und seine Kameraden jagen den Polen nach, die sich aber dann überraschend festsetzen und das Feuer eröffnen. Dann wird schnell klar – die Polen haben Rückhalt – dicht hinter ihnen tauchen Franzosen auf! In Schützenlinie auseinandergezogen heben sie die Karabiner, eröffnen das Feuer, werfen Handgranaten...

Allem "Völkerrecht" zum Trotz greifen sie zugunsten Polens ein! Tiefe Wut ergreift die deutschen Männer, lässt sie wie ein Sturm über den Gegner fahren, Handgranaten fliegen, die Polen fliehen entsetzt, die Poilus heben die Arme, rufen "Pardon, pardon..."

Rasch sind sie gefesselt und nach dem Kriegsgesetz dem Standrecht verfallen. Schon werden sie an einer Mauer aufgereiht, die Gewehre sind auf sie gerichtet...

"Halt, die Waffen nieder!"

Albert Leo Schlageter ist herangesprengt.

"Kein Unrecht, keine Grausamkeit!" ruft Schlageter.

Die Soldaten stutzen, zögern – aber gehorchen.

"Lasst die Franzosen frei. Wir wollen immer unserem Vaterlande dienen, aber ihm niemals Ungelegenheiten bereiten. Werden diese zwölf Franzosen erschossen, so würde man uns aufs Neue als Barbaren brandmarken und die ganze Welt gegen Deutschland aufhetzen. Ich schenke ihnen das Leben – löst ihnen die Fesseln."

So geschieht es – Schlageter lässt den französischen Korporal vortreten, verkündet ihm das Urteil und lässt die Franzosen unter Bewachung zu ihrem Quartier begleiten. Ohne ein Wort des Dankes an den deutschen Offizier, der zwölf todgeweihten Franzosen das Leben schenkte, ziehen sie mit finsteren Gesichtern ab. Sie haben die Größe dieser Tat nicht verstanden.

Das Bataillon "Heinz" wurde dann aufgelöst – auf höheren Befehl aus Berlin, das sich dem Völkerbund beugte. Auch die Franzosen wurden abgezogen und durch englische Truppen ersetzt.
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