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Der Wolf im Schafspelz - Barack Obama
31.07.2008 | N.Sozialist
Wer am vergangenen Donnerstag nach Berlin blickte, konnte sich nur wieder einmal verwundert, wenn nicht entsetzt, die Augen reiben. Nach offiziellen Angaben kamen rund 200.000 jubelnde Zuschauer an die Siegessäule, um den US-Präsidentschaftskandidaten der Demokratischen Partei, Barack Obama, zu sehen, und seiner Rede an die Deutschen und die Europäer zuzuhören. Schon lange ist es her, daß ein Politiker in Berlin einen solchen Menschenauflauf und eine derartige Begeisterung unter der Menge ausgelöst hat. Schließlich ist es schon eine Weile her, als die Menschen in Berlin das letzte mal zu, vom Staat erzwungenen, politischen Veranstaltungen kamen, um beispielweise den Parteibonzen, des mittlerweile untergegangenen, SED-Regimes zuzujubeln.
Dies ist auch der entscheidende Unterschied zur Situation in der vergangenen Woche. Die Menschen, die kamen, um Barack Obama zu sehen, kamen freiwillig und die Begeisterung war nicht erzwungen. Wer die Szenerie beobachtete, konnte den Eindruck gewinnen, dort wird ein bekannter Popstar gefeiert. Auch das darauf folgende Medienecho erweckte eher den Eindruck, daß dieser Mann tatsächlich eine Art "Polit-Messias", zu dem er immer wieder von den Medien stilisiert wird, mindestens aber der bereits neugewählte Präsident der USA ist. Auch das deutsche Fernsehen brachte Live-Übertragungen dieser Polit-Veranstaltung, wie sonst nur zu besten Bundestagswahlkampfzeiten.
Aber was sind die Gründe dafür? Warum wird er von den Medien so gefeiert? Wer ist dieser Mann und was will er? Und vorallem, was haben wir Deutsche von ihm zu erwarten?

Barack Hussein Obama wurde am 4. August 1961, als Sohn eines schwarzen aus Kenia und einer weißen US-Amerikanerin, in Honolulu auf Hawaii (USA) geboren. Nach der Scheidung seiner Eltern, verbrachte Obama einen Teil seiner Kindheit in Jakarta (Indonesien), wohin seine Mutter, zusammen mit ihrem neuen Ehemann, einem Studenten und späteren Ölmanager, gezogen war. 1971 kehrte Obama zurück nach Hawaii und wuchs fortan bei seinen Großeltern auf. Nach dem Abschluss einer renommierten Privatschule, die er mit Auszeichnung verließ, studierte er an verschiedenen US-Universitäten, Politikwisschenschaften (Schwerpunkt Internationale Beziehungen) und später Rechtswissenschaften. Seit 1992 ist er mit Michelle Obama verheiratet, mit der er zwei Töcher hat. Seit 1992 ist Obama in der Landespolitik des Staates Illionis für die Demokratische Partei aktiv. 2004 schaffte er den Sprung in den US-Senat, und damit in die obere Liga der US-Politik. Im Februar 2007 verkündete er seine Präsidentschaftskandidatur, und setzte sich in diesem Jahr erfolgreich gegen seine demokratische Mitbewerberin, Hillary Clinton, in den Vorwahlen der US-Präsidentschaftskandidaten durch. Im November diesen Jahres, wird er bei den Präsidentschaftswahlen gegen den Kandidaten der Republikanischen Partei, John McCain, antreten.

Obama erscheint den US-Wählern, vorallem aber auch den Europäern, im Vergleich zu seinem Herausforderer McCain, als linksliberaler und sozialer Politiker, der einen "sanfteren" kapitalistischen Kurs beschreiten will, die sich verschärfende Wirtschaftkrise beenden, und wieder Politik für die Menschen machen will. Vorallem aber, wird ihm eine neue und friedlichere Außenpolitik nachgesagt. Sein unumstritten vorhandener jungenhafter Charme und seine charismatische Erscheinung, sind der Traum eines jeden Wahlkampfmanagers und lassen seine Chancen auf einen Wahlsieg zweifellos wachsen. Der US-Wahlkampf, der schon immer mehr einer hervorragend inszenierten Hollywood-Show, mit Tendenzen in Richtung einer quasi religiösen Erweckungszeremonie, glich, ist für den Selbstdarsteller Obama wie gemacht. In eine solche Atmosphäre, passt sein unverbrauchtes Gesicht und seine "unbefleckte" Weste sehr gut. Bezeichnenderweise hat sein, bisher sehr erfolgreicher, Wahlkampfslogan "Yes we can!" ("Ja wir können!"), dann auch einen tatkräftigen und, im Zusammenspiel mit seinen Auftritten, schon religiös anmutenden Erweckungscharakter. Dieser soll seine Botschaft vom angeblichen Wandel und Neuanfang in der Politik unterstreichen.

Genau das ist es aber, was Obama so gefährlich macht. Er ist, wie jeder andere Bewerber um das Amt, ein potentieller Präsident der gleichen multikulturellen Gesellschaft die, wie eh und je, auf radikalem und völkerverachtendem Liberalismus und Kapitalismus aufbaut. Ein Völkergemisch, aus den Nachfahren von abgefallenen Europäern, ehemaligen schwarzen Sklaven, Wirtschaftsflüchtigen aus Lateinamerika (insbesondere aus Mexiko), den Überresten der beinahe ausgerotteten indianischen Ureinwohner und allerhand anderer Glücksritter, Abenteurer und Geschäftemacher, aus aller Herren Länder. Diese Gesellschaft - die USA - haben bisher nichts anderes hervorgebracht, als die schlimmsten Auswüchse einer liberal-kapitalistischen Entwicklung. Alles zersetzendes Konsumstreben, Ichsucht, Dekadenz, skrupellose Habgier und Maßlosigkeit. Imperialismus und Aggressionskriege für "Menschenrechte", sowie Unterdrückung und Ausbeutung fremder Völker. Das ist es, wofür die USA stehen. Auch Obama wird, falls er zum neuen Präsidenten gewählt wird, in erster Linie die Interessen des US-Kapitals vertreten. Auch er wird allen Völkern dieser Erde die "Segnungen" der "westlichen Wertegemeinschaft", wie die Glitzerwelt des Konsums und "Freiheit" und "Menschenrechte" bringen wollen, notfalls auch mit Gewalt. Außerdem ist auch Obama gerne gesehen bei der einflussreichen Israel-Lobby. Denn kein US-Präsident, wird jemals eine Politik betreiben, die Israel ernsthaft gegen die USA aufbringen wird. Allein schon aufgrund eines ständigen Blicks auf die jeweils nächste Wahl, denn auf die Stimmen der jüdischen bzw. israelfreundlichen Wähler, kann kein Präsidentschaftsbewerber verzichten. All das unterscheidet ihn in keiner Weise, zu all den anderen bisherigen US-Präsidenten oder den Bewerbern um dieses Amt.
Das Gefährliche, insbesondere für Europa, ist aber, daß er im Verlgeich zu den meisten anderen Bewerbern (speziell jenen der republikanischen Partei), seine Ziele und Pläne, hinter einer freundlichen und nicht allzu durchsichtigen Fassade verbirgt, und so viel freiwillige Unterstützung, insbesondere bei der, leider viel zu leichtgläubigen und hinters Licht zu führenden, Masse der Europäer erhält.
(An dieser Stelle sei jedem, der mehr über das Wesen der US-Amerikaner und die blutige Geschichte der USA erfahren will, das Buch "Halleluja - Die Geschichte der USA" von Joachim Fernau empfohlen.)

Was insbesondere auch in Europa immer wieder gerne vergessen wird, sind seine wahren außenpolitischen Ambitionen. Zwar spricht er sich gegen den Irakkrieg aus und fordert einen strategischen Rückzug der US-Truppen aus dem Irak, will diese dafür aber notfalls an eine neue Front nach Pakistan schicken. Seine von Beginn an vertretene Ablehung des Irakkriegs, ist aus Gründen des Stimmenfangs durchaus verständlich. Umso mehr kann er sich aber, falls er im November gewählt wird, freuen. Die schmutzige Arbeit im Irak ist weitestgehend getan und die irakische Vasallen-Regierung ist mehr und mehr im Stande die Situation im Land, auch ohne die Hilfe der Besatzer, zu bewältigen und die wirtschaftliche Ausplünderung des Landes, für US-Kapitalinteressen, selber zu übernehmen. So kann sich Obama nun also vorrangig um die "Befriedung" der noch immer hartnäckig Widerstand leistenden Afghanen kümmern. Diese werden in zunehmendem Maße, über inoffizielle Kanäle, aus Pakistan mit Nachschub und neuen Freiheitskämpfern versorgt. So verloren in den letzten Monaten mehr westliche Soldaten in Afghanistan ihr Leben als im Irak. Sollte die US-freundliche pakistanische Regierung diese Gefahr für die Besatzer nicht alleine in den Griff bekommen, will Obama die US-Truppen, notfalls auch ohne Zustimmung der pakistanischen Regierung, in das Land einmarschieren lassen.
Auch Obamas Position zum Iran ist eindeutig und dürfte keine Fragen mehr offen lassen. Auf keinen Fall, will er zulassen, daß der Iran in den Besitz von Atomwaffen kommt.

Wie bereits erwähnt ist das, was Obama, insbesondere in Hinblick auf die Völker Europas, so gefährlich macht, seine gewinnende Art. Anders als beispielsweise das mitunter plumpe und arrogante Auftreten Bushs, bringt Obama seine charismatische Erscheinung leider auch in unseren Breitengraden viele Symphatien ein. Das die Masse der Europäer und mit ihnen auch viele Deutsche, die sich von so rein oberflächlichen Dingen, wie dem Auftreten Obamas, einwickeln lassen und nur den positiven Meinungen und Informationen der etablierten Politiker und Medien folgen, ohne diese kritisch zu hinterfragen, freut natürlich ganz besonders die Herrschenden hierzulande, und läßt sie, mehr oder weniger offen, auf einen Wahlsieg Obamas im November hoffen. Denn mit einem Präsidenten an der Spitze der US-Regierung, der schon von vornherein so viele Sympathien besitzt, wird es natürlich wesentlich einfacher, daß eigene Volk von den ach so guten und ehrenwerten Absichten der USA zu überzeugen, wenn beispielsweise wieder einmal die Rufe aus den USA nach weiterer europäischer Truppenunterstützung für die US-Aggressionskriege rund um den Globus kommen. Denn dort, wo die USA große Beute machen, fällt natürlich auch für die willigen kapitalistischen Helfershelfer in Europa, der ein oder andere schmackhafte Bissen ab. Einen bitteren Vorgeschmack auf diese Gefahr gaben die Bilder der 200.000 nützlichen Idioten, die Obama in Berlin zujubelten, allemal.
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