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Die kleine Nayirah
23.04.2010 | Spreelichter.info
Mit Tränen in den Augen schaut die 15 Jährige Nayirah ihrem Publikum entgegen. Eine Mischung aus Trauer und Entsetzen steht ihr ins Gesicht geschrieben. Schluchzend, mit zitternder Stimme, versucht sie das erlebte Grauen in Worte zu fassen.

"Ich habe gesehen, wie die irakischen Soldaten mit Gewehren in das Krankenhaus kamen, die Säuglinge aus den Brutkästen nahmen, die Brutkästen mitnahmen und die Kinder auf dem kalten Boden liegen ließen, wo sie starben."

Es ist der zehnte Oktober 1990, das Mädchen spricht vor dem US-Kongress und beschreibt die erlebten Gräuel im Al-Adnan-Krankenhaus in Kuwait-Stadt, während der irakischen Kuwait-Invasion. Die amerikanischen Medien greifen das Ereignis und dessen scheinbare Tragik wie ein Rudel hungriger Wölfe auf: die Bevölkerung der USA reagiert schockiert, Amnestie International übernimmt zwei Monate später die Brutkasten-Morde in ihren Bericht über die Menschenrechtsverletzungen in Kuweit und der damalige Präsident George H. W. Bush erwähnt die Schilderungen der kleinen Nayirah fortan mehrfach.

Später, nachdem sich die Empörungen über die scheinbar so unmenschlichen Taten der irakischen Armee fest im Bewusstsein der Amerikaner verankert haben, stellte sich heraus, dass die 15 jährige Nayirah in Wirklichkeit den Namen Nijirah al-Sabah trägt und die Tochter des kuwaitischen Botschafters in den USA ist. Die Organisation "Citizens for a Free Kuwait" hatte die PR-Agentur "Hill & Knowlton" für 10 Millionen US-Dollar beauftragt, die frei erfundene Geschichte der kleinen Nayirahs publik zu machen.

Die Taktik ist alt bewährt: Kinder werden mit möglichst emotional ergreifenden Ereignissen in Verbindung gebracht und dazu instrumentalisiert, den Plänen der Demokraten eine möglichst starke Zustimmung unter den Massen zu verschaffen – sei es für den US-Imperialismus oderdie Internet-Zensurpläne bundesdeutscher und europäischer Demokraten.

Wenn es nach dem Willen der CIA geht, werden bald auch die deutschen Medien mit den herzerweichenden Geschichten vieler kleiner Nijirahs gefüllt sein. Dem Auslandsnachrichtendienst der USA ist nicht entgangen, dass der Krieg in Afghanistan - 2001 von den Vereinigten Staaten entfacht und von bundesdeutscher Seite tatkräftig unterstützt – einen stetig schwindenden Rückhalt im deutschen Volk genießt. Laut Prognose drohe sogar "die Gleichgültigkeit der deutschen Bevölkerung bis zum Sommer in offene Feindseligkeit gegen den Stationierungsbeschluss der Bundesregierung umzuschlagen".

Aufgrund dessen wurde von der sogenannten "CIA Red Cell" – einer Spezialabteilung der CIA – eine PR-Strategie entworfen, welche Taktiken aufzeigt, mit denen die Bundesregierung das deutsche Volk möglichst effizient zugunsten des Afghanistan Krieges beeinflussen könne.

Unter dem Titel "CIA report into shoring up Afghan war support in Western Europe" (PDF) gelangte das Dokument jedoch zur Internet-Plattform "WikiLeaks" und wurde dort der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Demnach wird – neben den obligatorischen Rat, mit drohenden terroristischen Anschlägen in Deutschland im Falle einer Niederlage in Afghanistan, Ängste zu schüren - unter anderem empfohlen, deutschen Medien das Ausstrahlen von Interviews mit afghanischen Frauen zu ermöglichen, welche darin ihre Angst vor den Taliban darlegen könnten.

Es ist abzusehen, dass sich die Mittel und Wege, mit denen den Deutschen in Zukunft der Einsatz der Bundeswehr als Richtig und Wichtig verkauft werden soll, nicht maßgeblich von jenen unterscheiden werden, mit welchen die amerikanische Bevölkerung vor 20 Jahren auf die Kriegsschiene ihrer Regierung gebracht wurden.

Emotionalisierung und Suggestion werden als Schlüssel verwendet, dem Betrachter die reale Sicht auf die Dinge zu nehmen um unter einem populistischen Motto, der Schürung von Hass oder dem Erzeugen von Furcht, Stimmungen zu erzeugen, die das Handeln der Demokraten schlussendlich legitimieren. Mit dem Ziel, weiterführende Überlegungen, welche ihren Kurs in Frage stellen könnten, zu umgehen, wird bewusst die Wahrheit verdreht und der Betrug als Werkzeug verstanden.

Im systematischen Täuschen, Belügen und Manipulieren des Volkes stehen die Demokraten in Berlin, denen in Washington schon heute in nichts nach. So wurde im Zuge der Gesundheitsreform 2007 bekannt, dass das Bundesgesundheitsministerium die PR-Agentur "Schlenker" mit der Erstellung von insgesamt vier sendefähige Hörfunkberichte beauftragt haben soll, um die besagte Reform in ein positives Licht zu rücken. Demnach wurden Statements der damaligen Gesundheitsministerin Ursula Schmidt um O-Töne angeblich befragter Bürger ergänzt, welche sich durch und durch positiv zu den "Vorzügen" der "Reform" äußerten.

Nach Aussagen ehemaliger Mitarbeiter der PR-Agentur wurden diese Berichte später gezielt im redaktionellen Programm von Radiosendern platziert - für den Hörer somit nicht erkennbar, dass es sich nicht um unabhängige Inhalte sondern um staatlich finanzierte Meinungsmanipulation unter dem Deckmantel des freien Journalismus handelte.

Denkt also daran, wenn demnächst vermehrt heulende Afghaninnen die Abendnachrichten füllen, dass jede vergossene Träne ebenso Teil des Drehbuchs zum Drama "Demokratie" ist, wie die Geschichte der kleinen Nayirah, welche die Welt so tief bestürzte.
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