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DS: Afghanistan-Kampagne - Interview mit Andy Knape
27.04.2010 | Junge Nationaldemokraten
Zur Person:
Andy Knape, Jahrgang 1986, ist Ökonom für Personalmanagement, seit 2008 Landesvorsitzender der JN Sachsen-Anhalt

Seit Januar 2010 engagieren sich die Jungen Nationaldemokraten (JN) Sachsen-Anhalt mittels einer breit angelegten Kampagne gegen den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Die Deutsche Stimme sprach mit dem sachsen-anhaltischen Landesvorsitzenden der JN, Andy Knape, über Wege und Ziele der Aktion.

Deutsche Stimme: Herr Knape, in einem Unterton der JN-Kampagne „Raus aus Afghanistan“ bezeichnen Sie den dortigen Einsatz der Bundeswehr als Krieg gegen ein freies Volk. Befindet sich Deutschland im Krieg?

Andy Knape: Unsere Soldaten sind mit Sicherheit in einem Kriegseinsatz, auch wenn deutsche Politiker dies gern verneinen oder zumindest verwischen wollen. Dies hängt zweifellos mit der deutschen Geschichtsbewältigung zusammen. Wenn bereits über eintausend USSoldaten und fast 40 Bundeswehrangehörige dort im Einsatz starben, kann man nicht mehr von einem bewaffneten Konflikt oder Ähnlichem reden. Durch die Medien wird eine Vielzahl von Vorfällen einfach verschwiegen. Die meisten Deutschen glauben doch, die Bundeswehr wäre dort zum aufbauen und ausbilden. Auch hier versuchen wir aufzuklären und einen unseren Möglichkeiten entsprechenden informativen Gegenpol zu schaffen.

Deutsche Stimme: Die Bundesregierung behauptet, Afghanistan befinde sich in einem Demokratisierungsprozess und Deutschlands Engagement am Hindukusch diene zu nichts anderem, als dem afghanischen Volk zu helfen, auf diesem Wege voranzukommen. Alles Lüge?

Andy Knape: Hier sind wir an einem Punkt angelangt, wo wir uns mit dem an Popularität gewinnenden politischen und nunmehr militärischen Begriff des Demokratisierungsprozesses auseinander setzen müssen. Die Frage ist dahingehend zu klären, ob dieser Kriegseinsatz vor dem Hintergrund einer machtpolitischen Einflussnahme geführt wird, oder um den Menschen, also in diesem Fall dem afghanischen Volk, sogenannte westliche Werte und Empfindungen vermitteln zu wollen. In diesem Zusammenhang werden die Lebensart sowie die persönlichen und kulturellen Unterschiede des jeweiligen Volkes gänzlich außer Acht gelassen. Ich kann mich auch nicht daran erinnern vernommen zu haben, dass die Afghanen die „westliche Wertegemeinschaft“ um Hilfe baten bzw. unsere „Werte“ unbedingt übernehmen wollten. Beide Vorgänge sind daher - und zwar unabhängig voneinander - moralisch verwerflich! Die Gründe der Bundesregierung sind nichts weiter als scheinheilige Vorwände um diesen Einsatz zu legitimieren.

Deutsche Stimme: Wieso beteiligt sich dann Deutschland mit ständig stärkeren Truppenkontingenten und permanent größer werdenden finanziellen Aufwand am ISAF-Einsatz? Worin liegt der wahre Grund für dieses Engagement?

Andy Knape: Meines Erachtens nach ist dies dahingehend begründet, dass Deutschland seit 1945 Vasall der USA ist und Souveränitätsrechte und Handlungsfreiheiten nicht mehr vorhanden sind. Unterdessen beteiligt sich Deutschland nicht nur durch Truppen und viel Geld (allein die gerade bewilligte zivile Wiederaufbauhilfe beträgt 430 Millionen Euro) - nein, die USA haben unser Land durch ihre Kasernen und Truppenumschlagsplätze (Flughafen Leipzig-Halle) auch zu einem Hort ihrer Kriegstreiberpolitik gemacht.

Deutsche Stimme: Der - nennen wir ihn von nun an beim Namen - Afghanistankrieg ist also nichts weiter als ein Testfeld für zukünftige Interventionen, oder besser: Eroberungsfeldzüge der USA und ihrer sogenannten Verbündeten?

Andy Knape: Wir müssen diesen Kriegszustand und Eroberungsfeldzug als einen geographischen und somit strategischen Feldzug ansehen, damit machtpolitische Positionen und Interessen der USA geltend gemacht werden können. Die Lösung erschließt sich bei der Betrachtung einer Landkarte. Afghanistan dient als „Tor zum Nahen Osten“. So grenzt Afghanistan weit an den Iran und bildet aufgrund seiner geographischen Lage einen Pol zwischen den aus dem Norden kommenden russischen Einflusssphären und anderen angrenzenden Ländern wie zum Beispiel Pakistan und vor allem China. Allein ein Blick auf die Landkarte erklärt das Interesse, weshalb sich die USA ihre machtpolitische Stellung innerhalb dieser geographischen Lage sichern möchte.

Deutsche Stimme: Haben Sie eigentlich Angst mit dieser Kampagne in die pazifistische Ecke gedrängt zu werden, und wie glaubt ihr werden die Soldaten der Bundeswehr auf sie reagieren?

Andy Knape: Im Gegensatz zu den ehemaligen 68`ern und ihren pazifistischen Standpunkten, die sie im Laufe ihrer politischen Jahre verraten haben, ist es uns als nationale uns sozialistische Kraft eine fundamentale und zugleich weltanschauliche Verpflichtung dieses Thema aufzugreifen. Hierbei geht es darum, die Frage der Selbstbestimmung und Unabhängigkeit eines Volkes und einer Nation zu klären. Das was wir als Deutsche in Zeiten der Manipulation des Geistes sowie der Umerziehung des Menschen, ja der Knechtschaft eines ganzen Volkes als unabdingbares Existenzrecht unseres Volkes einfordern, müssen wir im gleichen Atemzug bereit sein anderen Völkern zu gewähren. Daher ist es für uns auch nicht tragbar, dass unsere deutschen Soldaten und Freunde, von dieser Regierung dazu benutzt werden, an einem Krieg gegen die Menschlichkeit teilzunehmen. Die Parole muss daher lauten „Raus aus Afghanistan“ sowie „Holt unsere Landsleute nach Hause“. Wir müssen uns vor Augen führen, dass jeder deutsche Soldat ein deutscher Volksgenosse ist, der dazu genötigt wird an einem grausamen Krieg teilzunehmen und womöglich dafür sein Leben auf Spiel setzt oder aufgrund des Erlebten als menschliches Wrack nach Hause kommt. Die Kampagne und ihre inhaltlichen Standpunkte richten sich daher absolut nicht gegen den einfachen Soldaten, sondern direkt gegen die Kriegstreiber die alles andere als deutsche Interessen verfolgen.

Deutsche Stimme: Warum wurde der Afghanistan Konflikt erst jetzt durch die JN thematisiert und nicht schon früher? Welche Erwartungen setzen Sie an die Kampagne, bzw. wie gedenken Sie diese umzusetzen?

Andy Knape: Natürlich können wir uns dem Vorwurf nicht entziehen, wonach die Kampagne schon seit Jahren überfällig ist. Wieder einmal hat es das Nationale Lager als Gesamtspektrum versäumt, ein Thema aufzugreifen, welches seit langem in aller Leute Munde ist. Hier sehen wir allerdings keinen Grund, der vielleicht von Einigen erwarteten, resignationsartigen „Jetzt-erst-Recht-nicht-Taktik“ Vorschub zu gewähren. Im Gegenteil, das Thema Afghanistan ist noch längst nicht vor seinem Abschluss. Wer den Komplex aufmerksam und soweit als möglich auch objektiv verfolgt, spürt, dass die Intervention vor einem vielleicht desaströsen Wendepunkt steht. Dadurch, dass eine Vielzahl von deutschen Menschen einen persönlichen Bezug zu diesem Thema aufbaut, gilt es dort inhaltlich anzusetzen. Mit der Netzpräsenz (www.raus-ausafghanistan.de) haben wir eine inhaltlich versierte Seite geschaffen, die einen Gegenpol zur verlogenen Berichterstattung der Medienlandschaft bildet. Wichtig hierbei ist, dass sich die Kampagne nicht auf die Landesgrenzen von Sachsen-Anhalt beschränkt, sondern von vielen politischen Akteuren und Gruppen genutzt und unterstützt wird. Wir haben mit diesem Thema ein breites Agitations- und Aktionsfeld geschaffen, wo nun Kreativität und Engagement gefragt ist. Hinter diesem Hintergrund unterstützen wir als Kampagneninitiatoren den Antikriegstag in Dortmundwelcher am 4. September 2010 bereits zum sechsten Mal stattfindet.

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