Ein schwarzer Tag für die Freiheit – Der Tod von Muammar al-Gaddafi
03.11.2011 | Freie Kräfte Köln / fn-koeln.info
Der 20. Oktober 2011 war für die freien Völker der Welt ein schwarzer Tag, an den sich fortan mit Trauer und Wut erinnert werden wird. An diesem Tag fiel mit Muammar al-Gaddafi nicht nur einer der letzten großen Staatsmänner, vielleicht der letzte überhaupt, im Kampf gegen eine militärische Übermacht feindlicher Aggressoren unter Führung US-Amerikas, sondern mit ihm auch ein als freier und unabhängiger Volksstaat organisiertes Libyen.
Oberst Gaddafi war seit 1969 Staatsoberhaupt in Libyen und damit einer der am längsten herrschenden Machthaber außerhalb von Monarchien überhaupt. Als Angehöriger der Armee des König Idris putschte er am 01.September 1969 mit einem von ihm gegründeten “Bund freier Offiziere” unblutig gegen den korrupten Monarchen Idris, der, wie so viele andere Mächtige auf der Welt auch, nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht war und sich am Ausverkauf seines Landes beteiligte. Unter Führung des seit 1979 als “Revolutionsführer” amtierenden Oberst Gaddafis vollzog sich in Libyen ein rascher und tiefgreifender Wandel.
Anstatt einfach unter anderen Vorzeichen so weiterzumachen wie sein Vorgänger baute Gaddafi einen laizistisch geprägten volkssozialistischen Staat auf. Umgehend nach seiner Machtübernahme wurde Alkohol verboten, militärische Stützpunkte der USA und Großbritaniens geschlossen und Ausländer sowie ein großer Teil der jüdischen Gemeinde Libyens des Landes verwiesen. Desweiteren verstaatlichte Gaddafi die Ölindustrie und investierte die Gewinne daraus in das Bildungs- und Gesundheitswesen Libyens. Er initiierte ein weltweit einmaliges Bewässerungssystem, welches es dem Wüstenstaat ermöglichte sich selbst landwirtschaftlich zu versorgen.
Seit der Revolution 1969 wurden zudem weitreichende sozialpolitische Maßnahmen ergriffen; Subventionierung der Grundnahrungsmittel, von Strom, Benzin und Gas, Wohnungsbauprogramme, Erhöhung der Mindestlöhne, seit 1973 Beteiligung der Arbeitnehmer an den Unternehmensgewinnen. In der Folge dieser sozialpolitischen Maßnahmen ist Libyen das Land mit dem geringsten Wohlstandsgefälle Afrikas. Während tausende Afrikaner so verzweifelt sind, dass sie mit Hilfe von Schleppern versuchen über das Mittelmeer nach Europa zu kommen, hatte Gaddafi dafür gesorgt, dass sein Volk am Ölreichtum teil hatte und nicht schonungslos ausgebeutet wurde.
Libyen hatte unter seine Führung bis zuletzt keine Staatsschulden und stand deshalb auch nicht unter der Kontrolle des internationalen Finanz- und Bankenwesens. Libyen hatte eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen des afrikanischen Kontinents. Das Bruttoinlandsprodukt betrug in Libyen pro Einwohner unglaubliche 9.400 Dollar. Zum Vergleich dazu: In Ägypten beträgt es pro Einwohner etwas über 1.700 US-Dollar im Jahr. In Tunesien sind es ca. 3.400 Dollar. Die Sozialversicherung der Einwohner Libyens umfasste die kostenlose medizinische Versorgung sowie Witwen-, Waisen- und Altersrenten. Allgemeine Schulpflicht bei kostenlosem Unterricht bestand für Sechs- bis Fünfzehnjährige.
Gaddafi war angesichts solcher Leistungen nicht nur im eigenen Land beliebt, sondern in ganz Afrika. Er plante eine afrikanische Zentralbank mit Sitz in Libyen und sogar einen eigenen Telekommunikationssatelliten, um Afrika von der Beherrschung durch westliche Konzerne unabhängig zu machen. 2008 wurde er von über 200 afrikanischen Königen und traditionellen Stammesherrschern als König der Könige von Afrika ausgerufen.
Oberst Gaddafi beabsichtigte, aufstrebende Drittweltländer wie China und Indien den langjährigen Wirtschaftspartnern Frankreich und Italien vorzuziehen, da er sich an deren pro-westlicher und anti-libyscher Politik störte. Beträchtliche libysche Vermögenswerte lagerten in diesen Ländern, die nun dem freien Libyen einfach gestohlen wurden. Trotz Sanktionen, die gegen das von Gaddafi geführte Libyen verhängt wurden, wurde ein großer Teil des libyschen Öls von der EU gekauft.
Wie geht es nun weiter ohne den genialen Revolutionsführer Gaddafi?
Über kurz oder lang wird die NATO mit den von ihr unterstützen und geförderten Söldner- und Banditengruppen, in den westlichen Medien als “Rebellen” und “Freiheitskämpfer” dargestellt, den heldenhaften, schon seit Monaten andauernden militärischen Widerstand der freien Libyer endgültig niederschlagen. Im Schlepptau der Besatzer werden Demokraten folgen, die in ein Parlament einziehen und dort im Auftrag der Mächte im Hintergrund zur Ablenkung Ränkespielchen und Spiegelfechtereien aufführen, während Libyen von internationalen Konzernen und Banken systematisch ausgeplündert wird. Das Öl wird auf dem Weltmarkt an die westlichen Staaten verhökert und nicht “Frieden und Freiheit” werden über Libyen kommen, sondern fortwährende militärische Besatzung, Bürgerkrieg, Armut und Ausbeutung.
Man kann als freiheitsliebender Mensch nur hoffen, daß den Libyern wenigstens ein Umerziehungsprogramm erspart bleibt, wie es in Deutschland nach Ende des Zweiten Weltkrieges von den Besatzern installiert wurde. Sonst glauben die Libyer in 20 bis 30 Jahren tatsächlich an die Lüge der “Befreiung Libyens” durch die NATO-Terroristen.
Uns völkischen Sozialisten jedenfalls werden Oberst Gaddafi, seine politischen und wirtschaftlichen Errungenschaften, vor allem aber sein heldenhaftes Eintreten gegen den US-Imperialismus und eine Übermacht von Feinden Vorbild sein und bleiben. Es wird die Zeit kommen, in der ihm und etlichen anderen großen Staatsmännern die Ehre zuteil wird, die ihnen gebührt!
Freie Kräfte Köln – Sonntag, den 23.10.2011