Farewell Mr. President! Oder: Der König ist tot, es lebe der König!
15.01.2009 | Autonome Nationalisten Herzogenrath (ANH)
In genau einer Woche, nämlich am 20.01.2009 endet die Amtszeit des 43. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, die Regentschaft von George W. Bush ist dann vorbei. Wie kein anderer amerikanischer Präsident der letzten Dekaden, steht er für die Verbreitung des US-Imperialistischen Ungeist. Doch ein global neu entflammter Antiamerikanismus ist nicht der einzige Verdienst des ehemaligen texanischen Gouverneurs, steht Bush doch vor allem auch für 9/11, den daraus resultierenden „War on Terror“ und natürlich last but not least für die New World Order.
Das größte Vermächtnis von George W. allerdings ist zweifelsfrei der Umstand, dass weltweit mit seinem Ende als Präsident der Glaube an eine Veränderung verknüpft ist. Dies beweist: Bush miemte den Staatschef perfekt.
Denn entgegen dem Irrglauben der meisten Menschen,war und ist Bush keinesfalls der Initiator des Krieg im Irak oder in Afghanistan. Er ist lediglich der Narr der sein Antlitz dafür her gab und im Gegenzug Dollars und einen zweifelhaften Platz im Buch der Geschichte erhält. Natürlich ist Bush kein Unschuldslamm, er ist ein Kriegsverbrecher und ein verächtliches Teil in einem noch zu verachtenderen System und genau da liegt die Gefährlichkeit für die Zukunft. Sieht sich der Mensch mit etwas, für seinen Verstand unerklärlichen konfrontiert, so wendet er sich oftmals eigens für solche Fälle geschaffenen Götzen zu. Diesen gibt er aus Respekt und Ehrfurcht in aller Regel kein Abbild (wozu es führt wenn man gegen dieses Gebot verstößt, sah man jüngst beim Karrikaturenstreit). Im Umkehrschluss trachtet der Mensch aber sehr wohl danach das Böse „zu erkennen“, oder ihm zumindest ein Profil zu geben. So mannigfaltig wie die Bezeichnungen für Satan sind auch seine Porträts. In diesem Kontext ist auch die Rolle von George Bush, oder besser gesagt aller demokratischen Vertreter, zu sehen. Personen wie Bush fungieren als Stellvertreter. Freilich keine Stellvertreter für ihr Volk, sondern stellvertretend für jene, dessen Interessen sie wirklich durchsetzen. Um dies zu erklären muss man etwas ausholen:
Mehr denn je gewann die Rüstungsindustrie im Amerika des 20. Jahrhunderts an Bedeutung. Die beiden Weltkriege waren für die USA keine Operationen zur Befreiung der Welt oder zur Verbreitung der Demokratie, sondern in erster Linie äußerst lukrative Zeitspannen. Zunächst musste das Deutsche Reich zwei mal als Bösewicht herhalten und als dieses letztlich zerschlagen, besetzt und ausgeraubt am Boden lag, begab sich Amerika auf die Suche nach einem neuen Feind. Der war im kommunistischen Osten schnell gefunden und folge dessen erbaute sich in den USA der größte Militärapparat der Historie. Um dem eigenen Volk von dessen Notwendigkeit zu überzeugen braucht es eine Gefahr. So wurde die UDSSR zur antimenschlichen Bestie stilisiert (ähnlich dem Deutschen Reich zuvor) und siehe da, der Plan ging auf. Der Nationalstolz wuchs und wuchs, allgegenwärtig das „Stars-Spangled Banner“ und sogar Bücherverbrennungen unliebsamer, angeblich „kommunistischer“ Lektüre gab es. Dieses Szenario hielt über 40 Jahre lang. Als die Sowjetunion zu Beginn der 1990er Jahre zusammenbrach, wart die USA ihres Feindes beraubt. Die vergleichsweise kleinen Militäreinsätze im ehemaligen Jugoslawien vermochten nicht den alljährlichen Milliardenetat für die Streitkräfte zu rechtfertigen. Also brauchte es einer neuen Bedrohung. Worin Amerika mindestens genau so gut ist, wie im herbei lügen einer angeblichen Gefahr, ist die Inszenierung eines Angriffs auf die „freiheitliche westliche Welt“ ergo sich selbst. Der Untergang der Lusitania, Pearl Harbor und der Tonkin-Zwischenfall sind nur einige Beispiele für entweder provozierte oder selbst inszenierte Angriffe der USA, mit dem Ziel sich in die Rolle des Opfers denn des Aggressor zu begeben. Am 11.09.2001 reihte sich mit den Angriffen auf das World Trade Center, sowie das Pentagon eine weitere Scharade der amerikanischen Machthaber in dieses perverse Spiel ein. Die angeblichen Täter waren schnell bekannt und mit dem „Kampf gegen den Terror“ begann fort an eine nie da gewesene Willkür, gegen alles und jeden, dass dem imperialistischen Trachten der Weltmacht USA im Wege steht, welche bis heute andauert. Mit dem „Terror gegen die freiheitliche Welt“, der seinen Ursprung vor allem im Nahen Osten also dem Morgenland haben soll, wart also schnell eine neuer Feind gefunden.
Diese Aufzählung des amerikanischen Prinzips zur eigenen Machterhaltung, soll verdeutlichen dass hinter den amerikanischen Kriegen keineswegs einzelne Machthaber stehen oder stehen können, sondern von Waffenlobyisten und der Hochfinanz eine eigene Philosophie zur Durchsetzung ihrer Ziele geschaffen wurde, sind sie doch stets die größten Profiteure der Konflikte. Da zeigt sich auch der Trugschluss der Hoffnung, welche nun auf dem afroamerikanischen Nachfolger Barack Hussein Obama ruht. Personen wie Kennedy, Johnson, Nixon, Bush oder Obama sind austauschbar, sind nicht mehr als Marionetten in einem perfiden Spiel von mächtigen Hintermännern und Monetär-Theoretikern welche die Knechtschaft der Völker und der ganzen Menschheit als kollateralen Schaden in Kauf nehmen bzw. darauf hinarbeiten, auf dem Weg zur Verwirklichung ihrer Ziel von all umspannender Macht. Politiker wie Bush und Obama dienen hier lediglich als unansehnliches Siegel eines Lügenbuch, dessen Lektüre von vornherein unerwünscht ist. Und einzig und allein auf der Erkenntnis, dass nicht nur eben diese kleinen Fragmente, sondern dies ganze niederträchtige amerikanische System abzulehnen ist, soll und muss unser Antiimperialismus beruhen, denn wie substanzlos wäre dieser, würde er sich an personelle Feindbilder binden und dabei den eigentlichen Feind vergessen.
Wenn Bush nächste Woche aus dem Amt scheidet, so besteht nicht nur das Amt weiter, sondern auch das System von imperialistischer Unterdrückung der Völker dem es sich entgegenzustellen gilt, im Sinne eines Fortbestehen der freien Völker, unserer natürlichen und historisch gewachsenen Lebensgrundlage.