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In das Dunkel der Zeit – Heldengedenken 2010 in Südbrandenburg
24.11.2010 | www.spreelichter.info
Der Platz füllt sich. Vertraut ist das Bild sich versammelnder bekannter und unbekannter Gesichter, die in kleinen Gruppen beieinander stehen. Aufregung und Anspannung sprechen aus den Minen der Jüngeren, wartend auf das, was sie bisher nur aus Videos kennen, wissend, dass sie die Grenze des Erlaubten schon überschritten haben, als sie an diesen Ort kamen, ohne, dass auch nur ein Wort gesprochen, eine Fackel entzündet sein musste. Routine und Gelassenheit stehen in den Gesichtern der Älteren. Allzu bekannt ist das Bild, der Klang der vielen leisen Stimmen, der Geruch von nassem Laub. Im Hintergrund verstummen Automotoren, öffnen und schließen sich die Türen, leuchten Taschenlampen auf, mahnen Stimmen zu Stille und Eile, auf dass keine Unvorsicht den Zweck der Zusammenkunft gefährde.

Wer sich an diesem Novemberabend hier eingefunden hat, steht außerhalb der Gesellschaft eines Staates, der die Geschichte seines Volkes verachtet – teils aus Unkenntnis, teils aus anerzogenem Selbsthass, aber stets im Sinne einer fast unabwendbar scheinenden Zukunft, in der es keine Völker mehr geben soll. Und ganz bewusst steht er außerhalb dieser Gesellschaft, deren Anonymität und Gleichgültigkeit er verabscheut, deren Werte er ablehnt und deren Repräsentanten er bemitleidet – für ihre Ignoranz, ihre Kurzsichtigkeit, ihren biologischen Unverstand, ihr volkswirtschaftliches Versagen und besonders für das, was ihnen blüht, sollte das deutsche Volk endlich ihr Werk begreifen und als das erkennen, was nicht länger geduldet werden darf: seine endgültige Vernichtung!

Vernichtung? Was nach Gewalt und kaltblütigem Morden klingt, erscheint fast jedem übertrieben, dem man davon berichtet. Und wahrlich, keine Leichenberge sind es, die wir den Skeptikern präsentieren können, um das zu untermauern, was Statistiken seit Jahren offenbaren. Doch von welchem Ausmaß wäre der Leichenberg, den es zu bedauern gäbe, könnte man all die nie geborenen Deutschen zu einem solchen aufschichten? Von 1960 bis 2010 sank die Geburtenrate deutscher Frauen von 2,5 auf 1,3 Kinder. Erahnen kann man es, fährt man durch verlassene Gegenden, sieht man die verfallenen Häuser, die Ruinen einstiger Industrie, die verrosteten Überbleibsel alter Spielplätze.

Die Bevölkerungszahl in der BRD ist im gleichen Zeitraum nahezu konstant. “Integration, Zuzug von Fachkräften” – so klingt es, wenn die Demokraten sich über den Ausgleich der Bevölkerungszahl Gedanken machen. Und da ein Denken in andere Richtungen voraussetzt, dass man zwischen einer aus aller Welt zusammengewürfelten Bevölkerung und einem über Jahrtausende gewachsenem Volke zu unterscheiden weiß, bleibt es aus.

Wie aber konnte es kommen, dass heute fast niemand ein Gespür dafür zu haben scheint, was es heißt, Angehöriger eines Volkes zu sein, welchem die Welt einen unermesslichen Teil ihrer Wissenschaft, Musik, Literatur und Technik verdankt? Wie kann ein Angehöriger dieses Volkes ein solches Erbe achtlos wegwerfen oder gar meinen, Fremde könnten es würdig antreten, sofern man ihnen die deutsche Sprache und einen bundesdeutschen Pass aufnötigte?

Die Antwort liegt hier. Sie liegt unter der nassen Erde, unter den Kreuzen. Sie liegt an all den Orten, an denen die wohl letzte wehrhafte Generation unseres Volkes eine letzte Ruhestätte fand. Nicht nach einem langen, erfüllten Leben, nicht nach unzähligen Urlaubsreisen in fernste Länder, nicht mit dem satten Bauch des zufriedenen Alters, nicht gestorben an den Altersleiden einer dekadenten Konsumgesellschaft – nein, gefallen im Glauben an die Zukunft für ein Volk, das sich ihrer heute schämt! Das sie verleumdet, sie verteufelt und zum Beispiel menschenhassender Unvernunft, zum Inbegriff größenwahnsinniger Kriegstreiberei stilisieren ließ.

Die Gespräche verstummen. Die Reihen formieren sich. Fackeln werden entzündet und brechen in das Dunkel einer Zeit, die ein Licht so bitter nötig hätte, aber niemanden zu kennen scheint, der fähig wäre, das Licht in die Herzen seines Volkes zu tragen und lodernde Flammen zu entfachen, wo heute die letzte, über Jahrtausende nicht erloschene Glut langsam verglimmt.

Kaum tausend Deutsche sind es, die im ganzen Lande dieser Tage der Toten gedenken und wissen, was in den letzten Wochen des Krieges mit ihnen gestorben sein muss – wenn es doch heute nirgendwo zu finden ist! Kaum Tausend von 80 Millionen, unter denen schon über 16 Millionen keinen Tropfen des edlen Blutes mehr in sich tragen, das hier und anderenorts so folgenschwer vergossen wurde. Für die anderen, so scheint es, beginnt die eigene Identität mit der eigenen Geburt und endet mit dem eigenen Tode.

Doch ist dies erstaunlich, wo ein erfülltes Leben im Zeichen der Selbstverwirklichung als höchstes Ideal gepriesen wird?

Die, die solche Ideale preisen und gleichsam unentwegt Dreck über den Gräbern derer auskippen, in deren Angesicht es schändlich für sie ist, von Idealen auch nur zu sprechen – die sind es, die das Band zerschnitten haben zwischen denen, die heute aussterben und denen, die opfermütig in den Kampf zogen, auf dass das deutsche Volk lebe!

Unterdrückt wird seither das Bekenntnis zu den letzten Großen unseres Volkes. Verzerrt wird das Bild namhafter Deutscher in Jahrhunderten, die schließlich im Grunde beseelt vom Gedanken der Aufklärung, vom Liberalismus, ja von einer freiheitlichen Menschheit gewesen seien und deren Deutschtum einzig dem Zufall des Standorts ihrer Wiege anhafte.

Ekel und Abscheu empfindet, wer diese Gedanken nachzuvollziehen versucht. Die sollen die Erben sein? Die, die das Erbe auf dem Weltmarkt der Gleichgültigkeit verramschen, sollen die Geschicke des Volkes lenken, dessen Bedeutung sie weder biologisch noch historisch zu erfassen vermögen? Die, die sich gern bei den Ehrerbietungen für Gefallene fremder Völker zeigen, die Ehrung der eigenen Eltern und Großeltern aber bei Strafe verbieten? Es darf nicht sein. Hier liegen die, denen es um Deutschlands Zukunft ging – weil Deutschlands Zukunft für sie gleichbedeutend war mit der Zukunft all derer hinter den Fronten. Weil sie wussten, was es heißt, einer Gemeinschaft anzugehören, deren Stärke der Tat des Einzelnen entspringt – des Einzelnen, der weiß, nur dieser Gemeinschaft seine Existenz zu verdanken – nicht dem Zufall, dem lieben Gott oder der Weltwirtschaft.

Mit den Worten der Redner, mit dem Bilde der vom Fackelschein erhellten Grabmale, mit der Gewissheit, sich unter Gleichen zu befinden, beseelt nur von dem Gedanken, die unaussprechliche Niedertracht, die unaufhörliche Demütigung zu beenden, wird das Band neu geknüpft. Die, die heute erstmals an einem Ort wie diesem das Heldengedenken begehen, begreifen, weshalb es verboten ist, sich hier zu versammeln: Was die Demokraten in Jahrzehnten ihrer Herrschaft täglich neu dämonisieren, ihre Medien unablässig ausspeien, ihre Schulen Jahrgang für Jahrgang ins Gewissen hämmern müssen, damit es nur Bestand habe – an einem einzigen Abend wie diesem zerfällt es zu Staub, so lächerlich und durchschaubar wie alles, was die Demokraten zustande bringen.

Der Platz leert sich. Die Gruppen verlassen den Ort, ehe die Einheiten des Apparats handlungsfähig werden. Doch auf Zufahrtsstraßen und in Ortsdurchfahrten stehen sie, stoppen Fahrzeuge, kontrollieren die Insassen. Wer sich nicht eine längere Auszeit in einem der vielen Waldwege gönnt, muss erdulden, was so oft geschehen ist, wenn Deutsche sich zum stillen Gedenken an die gefallenen Helden ihres Volkes versammelten. Fluchend werden die Medien berichten, was Ewiggestrige hier getrieben, wie sie die Totenruhe gestört hätten. Doch gelassen liest so mancher jene Zeitungsberichte: Wenn die Toten einmal in Jahren der Schändung ihres Andenkens, in Jahren der Entehrung, Verleumdung und Schmähung ihre Ruhe fanden – dann in den Nächten, in denen ihnen zur Gewissheit wurde, dass noch junge Deutsche leben, die das Opfer der Ahnen zu ihrem Auftrag machen!
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