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Klagen über Klagemauer: Pro Köln gegen israelkritische Dauerausstellung in der Domstadt
23.04.2010 | Freies Netz Köln
Wie die selbsternannte „Bürgerbewegung Pro Köln / Pro NRW“ auf ihrer Netzseite höchstselbst mitteilte, soll ein Antrag der Kölner Pro-Stadratsfraktion auf der kommenden Ratssitzung eingebracht werden, der die Entfernung der bekannten „Kölner Klagemauer“ fordert, welche sich kritisch mit den israelischen Verbrechen am palästinensischen Volk auseinandersetzt. Wortwörtlich heisst es in dem Antrag: „Beseitigung der als „Klagemauer“ getarnten antisemitischen Bettelinstallation vor der hohen Domkirche“.

ls wäre dieser kriecherische Versuch sich bei gewissen „politkfähig“ gebenden Zeitgenossen als besonders israelfreundlich zu gerieren nicht schon genug des Unerträglichen, nein, es folgt sogleich noch ein Hinweis darauf, dass das Betteln an sich von „Pro Köln“ als eine alte Tradition in der Domstadt angesehen wird und gegen nicht israelkritische Bettler selbstverständlich aus Sicht der Pro´ler nichts einzuwenden sei.

Jeder, der schon einmal in Köln unterwegs gewesen ist, weiß, wer sich in der Stadt zum Betteln versammelt. Beispielsweise aus Rumänien stammende Zigeuner, die mit Reisebussen herangekarrt werden, um dann auf der Domplatte sowie in der gesamten Innenstadt um die Wette zu betteln. Oder der Punkerszene zuzurechnende Elemente, die sich selbst in anarchistischer und antifaschistischer Tradition sehen und gerne mal gegen Aktionen von „Pro Köln“ pöbelnd zu Felde ziehen. Aber weder die rumänischen Zigeuner noch die arbeitsscheuen Punker sind es, die den Unmut von „Pro Köln“ erregen. Nein, diese Klientel werden von den „politikfähigen“ Pro´lern ebenso heuchlerisch wie schizophren als Teil einer langen und akzeptablen Tradition Kölns bezeichnet. Es ist einzig und allein die „Kölner Klagemauer“, welche für die „seriösen Rechtspatrioten“ mit Israel-Faible ein Problem darstellt.

Besagte, auch „Klagemauer für Frieden“ und „Palästinawand“ genannte Dauerausstellung entstand Ende der 80er Jahre auf Initiative des Aachener Friedenspreisträgers Walter Herrmann am sogenannten Bierbrunnen der Schildergasse und widmete sich in der Vergangenheit u.a. Themen wie der Wohnungsnot in Köln, der Situation von Obdachlosen, Protest gegen den Zweiten Golfkrieg und seit 2004 dem Nahost-Konflikt, wobei besonders das Leiden der Palästinenser und die Aggression Israels im Mittelpunkt der Darstellung stehen.

Der Umstand, dass durch die „Klagemauer“ öffentlich auf die israelischen Verbrechen gegenüber dem unterdrückten palästinensischen Volk aufmerksam gemacht wird, wurde von linksextremen, vornehmlich antideutschen Kreisen, aber auch von Berufsvergangenheitsbewältigern gutmenschlicher Natur immer wieder zum Gegenstand heftiger Kritik gemacht, die ein um´s andere Mal in dem sattsam bekannten Vorwurf gipfelte, die vorgebrachte Kritik an Israel sei nichts anderes als „verdeckter Antisemitismus“ und müsse deshalb unterbunden werden. So forderten beispielsweise Vertreter der Synagogen-Gemeinde Köln 2005 ein Verbot der Ausstellung, welches unter Hinweis auf die Versammlungsfreiheit aber von der Stadt abgelehnt wurde.

Dabei vermittelt Walter Herrmann mit seiner Ausstellung nichts anderes als Fakten, beispielsweise indem er auf selbstgebastelten Tafeln Bilder von Opfern israelischer Bombardierungen und dadurch getötete und/oder schwer verletzte Männer, Frauen und Kinder des palästinensischen Volkes zeigt. Auf eine äußerst ekelerregende Art und Weise wird Herrmann immer wieder „Einseitigkeit“ ausgerechnet von jenen vorgeworfen, die selbst absolut einseitig jedes Blutbad der Israelis als notwendig und vernünftig darzustellen versuchen, jeden Verzweiflungsakt der Palästinenser im Abwehrkampf gegen die israelischen Angriffe aber als „Verbrechen“ stigmatisieren wollen.



Aber weder Herr Hermanns noch sonstwer kann beispielsweise etwas dafür, dass um ihre Freiheit und Existenz kämpfende Palästinenser zwar selbstgebastelte Raketen einfachster Bauart auf Israel abschiessen und damit oftmals nur unbelebte Wiesen oder Dachböden treffen, weil es ihnen schlichtweg an einer Steuerung fehlt, israelische Raketen hingegen völlig bewusst und berechnend in vollbesetzte Moscheen und Wohnhäuser, in denen palästinensische Frauen und Kinder Zuflucht suchen, abgefeuert werden und dadurch ein Vielfaches mehr an Leid und Tod durch Israel verursacht wird als durch die verzweifelten Anschläge schlecht ausgerüsteter Palästinenser.

Dank der „Klagemauer“ kann jeder Vorbeigehende, ob nun einheimischer Kölner oder Tourist, einmal die Gelegenheit bekommen, solche von der Systempresse ganz bewusst unter den Teppich gekehrte Wahrheiten in ihrer ganzen Grausamkeit zu betrachten.

Kein Wunder, daß solcherlei Aktivitäten den „Freunden Israels“ von „Pro Köln“ gerdezu missfallen müssen, wollen sie sich doch auch weiterhin der finanziellen und logistischen Unterstützung des aus Schweden stammenden Israel-Pilgers Patrick Brinkmann und der Mischpoke um den pro-amerikanischen und pro-israelischen Blog „Politically Incorret“ sicher sein.

Der geplante Antrag gegen die „Kölner Klagemauer“ zeigt einmal mehr das wahre Gesicht der ach so „nonkonformen“ und „zeitgeistkritischen“ „Bürgerbewegung“. Hatte „Pro Köln“ vor wenigen Jahren noch Flugblätter verbreitet, in denen sich die Herrschaften mit dem palästinensischen Volk solidarisierten und haargenau dieselben Fakten anführten, die auch Walter Hermanns mit seiner „Klagemauer“ thematisiert, macht man bei den „Rechtsdemokraten“ heute auf pro-zionistisch und philosemitisch.

Dabei dürften die Strippenzieher der „Pro-Bewegung“, das sog. „Dreigestirn“ bestehend aus Markus Beisicht, Markus Wiener und Manfred Rouhs, nicht wirklich die Liebe zum Judentum für sich entdeckt haben. Nein, denen geht es nur um Geld und Fortkommen der eigenen Person. Dazu ist ihnen jedes Mittel Recht. Von Grundsätzen, Wahrheitsliebe, Standfestigkeit oder einem festgefügten politischen Weltbild keine Spur. Es gibt keine Überzeugung, die man bei „Pro“ zu populistischen Zwecken nicht jederzeit mit Leichtigkeit über Bord schmeißen würde. Außer dem Erzeugen von abstrus realitätsfremden Meldungen, mit denen gutgläubige Deutsche geblendet werden sollen, wird auch in Zukunft nichts Nutzbringendes für unser Volk von dieser Clique zu erwarten sein.

Aber wen wundert das schon? Nachdem „PI-News“ und neuerdings auch Bonzenbrinkmann im Schulterschluss mit dem ewigen Molau die große Unterstützerrolle bei „Pro“ einnehmen durften, kann man schließlich nicht anders, als es gerade diesen Herrschaften so recht wie nur eben möglich zu machen.

„Ein Schelm wer Böses dabei denkt“, um es einmal mit dem von Markus Beisicht so gerne zitierten Motto des Hosenbandordens auszudrücken…

Für wahre und aufrechte nationale Sozialisten gilt auch weiterhin die Parole: Keinen Schritt zurück von unseren grundlegenden Überzeugungen! In der Israel-Frage darf es für uns keinerlei Kompromisse geben! Schon alleine deshalb kann es mit den Heuchlern von „Pro“ keinerlei Gemeinsamkeiten geben und es verbietet sich jedwede Zusammenarbeit jetzt und in Zukunft aus Gründen der politischen Hygiene von selbst!

Anmerkung: Die “Klagemauer Palästina” ist derzeit abgebaut, wird ab Juni aber wieder in Köln, voraussichtlich auf der Hohen Straße vor dem Kaufhof, zu sehen sein! Ein Besuch sei allen Anti-Imperialisten und Anti-Zionisten wärmstens ans Herz gelegt.

Siehe auch:

Pro Köln: “Die sogenannte “Klagemauer” vor dem Dom muß weg!”
Wikipedia über die “Kölner Klagemauer”
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