ag-rheinland.info » NPD vs. Schwarzer-Block!
Neuestes Video
NPD vs. Schwarzer-Block!
19.08.2007 | Sven Skoda
[Jaja.. Früher…]

Als Aktivist, der sich schon länger im nationalen Widerstand bewegt, stellt man irgendwann fest, daß sich Abläufe zyklisch zu wiederholen scheinen. Die NPD war Mitte der 90er-Jahre ein trauriger Haufen größtenteils alter Leute. Sie war zu dieser Zeit geprägt von Leuten, die so weit im System angekommen waren, daß von einem systemalternativen Politikansatz überhaupt keine Rede sein konnte.

Kameraden, die auf der Suche nach wirklich systemalternativen Ansätzen waren, hatten kein Interesse an dem Makel von 30 Jahren Erfolglosigkeit und Systemtreue und organisierten sich zu dieser Zeit in kleineren Organisationen, die allesamt noch der Verbotswut irgendwelcher Innenminister zum Opfer fallen sollten.

Die Mitglieder dieser Organisationen, die damals im Gegensatz zur NPD offen auf der Straße auftraten, wurden von der NPD als Feinde angesehen, weil sie offen für ihren Glauben und ihr Weltbild eintraten und damit wohl auch einfach mehr Aufsehen erzeugten. In der Diktion der NPD waren nationale Organisationen abseits der NPD nur verrückte Neonazis, durchsetzt von Provokateuren, Uniformfetischisten und Skinheads und existierten nur, um all die „gute“ Arbeit der NPD stets so stark zu diskreditieren, daß bei der nächsten Wahl der Dammbruch verhindert werden konnte.

Jedes Verbot einer „Feindorganisation“ wurde innerhalb der NPD als Bestätigung dafür gesehen, daß die eigene Organisation der einzigen Heilsbringer für das deutsche Volk sein kann.

Mit der letzten größeren Verbotswelle Mitte der 90er Jahre wurden die „Neonazis, Provokateure, Uniformfetischisten und Skinheads“ ihrer politischen Heimat beraubt. Wir wurden ein weiteres Mal frei von Organisationsstrukturen und entschlossen uns, das dieses Mal auch zu bleiben. Aus der Not entstand eine Tugend…

Was von uns damals eine klare Reaktion auf die Verbotsmechanismen dieses Systems gegen die nationale und sozialistische Opposition war, wurde von der NPD als unorganisiert und damit zum Scheitern verurteilt begriffen. Wie falsch sie damit lag, zeigte sich recht schnell.

Die „Neonazis, Provokateure, Uniformfetischisten und Skinheads“ sorgten in den folgenden Jahren dafür, daß es auch ohne eine Organisation im Hintergrund möglich war, nationale Standpunkte in der Öffentlichkeit deutlich wahrnehmbar zu machen. Diese Entwicklung und das Potential, das aus den öffentlichkeitswirksamen Aktionen dieser unorganisierten Aktivisten, die sich selbst freie Nationalisten nannten, erwuchs, bemerkte auch die NPD in einem lichten Moment: Potential, welches man nur zu gern auch für sich genutzt hätte. In der Logik der Menschen, denen das Parteibuch irgendwann wichtiger geworden zu sein scheint als der Glaube an die Sache, die uns alle antreiben sollte, hatte der freie Aktivist nicht unbedingt den Makel, einer konkurrierenden Organisation anzugehören und konnte damit vereinnahmt werden, um seine Aktivitäten im Kontext der NPD zu entfalten und den Siegeszug der alten Kader endlich voranzutreiben.

Die Überraschung und das Entsetzen waren groß, als sich abzeichnete, daß freie Kräfte aber überhaupt kein Interesse daran zu haben schienen, lediglich den Wasserträger für diese alten Reaktionäre zu spielen. Den Nutzen, den man aus dem Interesse einer Partei schlagen kann, erkannten einige freie Aktivisten aber sehr wohl.

Eine Partei kann im politischen Kampf ein Werkzeug sein. Eine Partei ist wie jedes Werkzeug ein Hilfsmittel. Ein Hilfsmittel, das dazu dienen soll, sein eigentliches Ziel zu erreichen und auch gepflegt werden sollte, solange es nützlich ist. Ein Werkzeug ist aber niemals Selbstzweck. Kein Handwerker wird seinen Hammer nicht einsetzen, weil er Angst hat, daß der Hammer bei der Arbeit zerbrechen könnte. Er wird seine Arbeit vorantreiben wollen, um irgendwann sein Ziel auch zu erreichen, selbst wenn es ihn den Hammer kosten möge.
Dieser Ansatz erscheint Menschen, denen schon einmal ein Werkzeug zerbrochen ist, vielleicht naheliegender, aber er erfordert im Grunde keine besondere Intelligenz, um nachvollzogen werden zu können.

Mit diesem Gedankengang fand man nach einigen Reibereien irgendwann eine Basis für Gespräche über die eine Zusammenarbeit, die zumindest in einigen Regionen zu einigen Themen, möglich wurde. Über diese Zusammenarbeit und den damit einsetzenden Zustrom größtenteils junger, motivierter Menschen setzte auch in Teilen der NPD – ob gewollt oder ungewollt - ein strategischer Wandel ein. Selbst wenig begabten Menschen erschließt sich schnell, daß es demotivierend und verwirrend wirkt, wenn man potentielle Partner während einer Zusammenarbeit beschimpft.

Also wurde die Hetze gegen „Neonazis, Provokateure, Uniformfetischisten und Skinheads“ über die Jahre weniger. Viele Aktivisten fassten nach und nach Vertrauen in den Wandel, der im Grunde als reaktionäre wahrgenommenen NPD und entschlossen sich, auch innerhalb der Partei diesen Wandel voranzutreiben, um aus der Partei ein Werkzeug zu machen, mit dem man wirklich arbeiten kann.

Eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der Partei zu diesem Zeitpunkt entgegenkam -brauchte sie doch fähige Leute, die die eigenen Strukturen auf- und ausbauen konnten. So geschah es, daß im Freudentaumel des ersten sich abzeichnenden Wahlerfolges seit vielen Jahren auch die letzten misstrauischen Kameraden überzeugt werden sollten. Große Worte wurden geschwungen, man wolle nun endlich eine Bewegung werden und gemeinsam an Deutschlands Freiheit arbeiten.

Das höchste Entscheidungsgremium der NPD, das Parteipräsidium, gab eine Erklärung heraus, mit der ein für alle Mal alle Fragen beseitigt werden sollten. Unter der Überschrift „Volksfront statt Gruppenegoismen“ hieß es unter anderem:

„Auch die NPD war von diesem Organisationsdenken der 60er Jahre über mehrere Jahrzehnte geprägt. Doch die NPD-Führung hat die Zeichen der Zeit erkannt. Sie ist gewillt, endgültig den Weg zu einer wirklichen Volksbewegung einzuschlagen, bei der die Organisationsform in der Frage nationaler Fundamentalopposition eine untergeordnete Rolle spielt. Es kommt nicht zuerst darauf an, die Deutschen, die es noch sein wollen, in eine Partei zu integrieren, sondern diese zunächst einmal grundsätzlich für den Kampf um unser Volk zu gewinnen. Sicher waren führende NPD-Aktivisten in der Vergangenheit nicht immer frei von dem fehlerhaften Denken, daß nur derjenige Aktivist ein wirklicher Nationalist sei, der in den Reihen der NPD kämpft. Umgekehrt sah es nicht anders aus. Diese Denkweise führte zeitweilig zu einem Dominanzringen zwischen NPD und Vertretern der parteiunabhängigen Widerstandes, zu Vorbehalten, die z. T. bis heute fortwirken. Zur Freude unserer Feinde wurde zur eigenen Profilierung nicht das Gemeinsame gesucht, sondern oftmals das Trennende. Dabei wurden Fehler gemacht, die sinnlose Gräben aufrissen. Die NPD ist sich ihrer diesbezüglichen Verantwortung bewußt und gewillt, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen!“

Mit solchen Erklärungen gewann man auch das Vertrauen von manch namhaftem Vertreter der parteifreien nationalen und sozialistischen Kräfte im nationalen Widerstand. Vertreter, die in die NPD einsickerten, um dem Werkzeug mehr Schlagkraft zu verleihen.

[Wo viel Glanz ist, da ist gewöhnlich auch viel Schatten nicht weit.]

Mit einem Wahlsieg im Rücken und einer solchen Erklärung hofften viele ehrliche Aktivsten innerhalb und außerhalb der NPD nur zu gern darauf, daß die alte Weisheit von Licht und Schatten nur dieses eine Mal nicht stimmen möge. Allerdings bestanden auch damals bei aufmerksamen Beobachtern gehörige Zweifel, wie die NPD die proklamierte Fundamentalopposition aufrechterhalten will, wenn sie sich zeitgleich auch an reaktionärbürgerliche Parteien, wie die DVU, anzunähern versucht. Eine Zeit lang gelang es der NPD aber, die Schattenseiten nicht allzu groß erscheinen zu lassen.

Aussagen in einem Fernsehinterview mit denen versucht wurde, die Aufnahme der bekannten nationalen Sozialisten Wulff, Tegetoff und Heise als Resozialisierungsmaßnahme zu verkaufen, wurden als Taktik gedeutet. Ein Strafanzeige wegen Beleidigung, gestellt durch den Vorsitzenden der NPD Fraktion im sächsischen Landtag, Holger Apfel, weil man ihn „Nazi“ nannte, sorgte dann schon für einige Irritation. Wie kann sich ein Funktionär durch die Zuordnung zu einer Weltanschauung, der er nicht mal ansatzweise gerecht wird, beleidigt fühlen, wenn er zeitgleich mit bekennenden nationalen Sozialisten zusammenarbeiten will? Aber auch dieser Ausfall eines Einzelnen wurde nicht als Grund gesehen, die bis dahin in vielen Bundesländern gute Zusammenarbeit auf Spiel zu setzen. Es ist halt ein Lernprozeß, bei dem man auch den weniger Einsichtigen erstmal eine Rüge erteilt und dann schaut, wie sie sich weiter entwickeln. Durch solche Ausfälle wurden allerdings viele Aktivisten aufmerksamer -speziell diejenigen, die sich nicht einfach in die Parteimitgliedschaft gestürzt haben.

In den letzten Monaten häufen sich nun die Ausfälle von einigen maßgeblichen NPD Funktionären. Speziell NPD Präsidiumsmitglieder schießen weit über die Grenzen des Erträglichen hinaus. So meldet man sich ohne Not genau wieder in den Angelegenheiten zu Wort, bei denen das harmonische Miteinander - oder wenigstens die friedliche Koexistenz – empfindlich gestört wird. Man richtet sich gegen Kameraden und Kameradengruppen, die man vorher krampfhaft versucht hat, ins Boot zu holen. Wer sich nicht angewidert vom Nationalsozialismus abwendet, es sogar noch wagt, den Nationalsozialismus als etwas Positives zu begreifen, bewegt sich offensichtlich auch heute noch auf sehr dünnem Eis bei einigen hochrangigen Funktionsträgern der NPD. Wittert man gar Kameraden, die es wagen, den deutschen Gruß zu zeigen - und sei es auch noch so fern der Heimat – hört man leise schon wieder die alte Leier von Agenten und Provokateuren. Aus einem Gefühl scheinbarer Stärke entsteht offensichtlich ein ungeheures Selbstbewusstsein… Nicht wahr, Peter Jakob?

War die Maßregelung einzelner Mitglieder, die stets damit begründet wurde, das gute „Werkzeug“ schützen zu müssen, damit es nicht zerbricht/verboten wird, noch die eine Sache, so ist die Ausgrenzung eines ganzen Teils des nationalen Widerstandes, wie mit der Erklärung „Unsere Fahnen sind schwarz - unsere Blöcke nicht!“ geschehen, von einer ganz anderen Qualität.

Auch wenn die Argumentation hinter der man die alten Ausgrenzungsideen versteckt bei vielen Aktivisten einen besseren Nachgeschmack hinterläßt, weil man nicht selbst Teil des Problems ist und man selbst auch nicht viel mit dieser Aktionsform anzufangen weiß, so ist es nichts anderes als ein Rückfall in alte Verhaltensmuster und ein klarer Widerspruch zu der Erklärung aus dem Jahr 2004.

[Worte sind Schall und Rauch?!]

„Zur Freude unserer Feinde wurde zur eigenen Profilierung nicht das Gemeinsame gesucht, sondern oftmals das Trennende. Dabei wurden Fehler gemacht, die sinnlose Gräben aufrissen. Die NPD ist sich ihrer diesbezüglichen Verantwortung bewußt und gewillt, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen!”

Für das NPD Parteipräsidium scheinen die richtigen Schlüsse im Moment zu sein, daß man Aktivisten des nationalen Widerstandes, die sich nicht so einfach auf einen bürgerlichen Kurs bringen lassen werden, ausgrenzt - erstmal nur unter dem Deckmantel, daß man sich gegen eine Aktionsform ausspricht. Der Schritt von der Ausgrenzung von Unterstützern einer Aktionsform zur Ausgrenzung von zu radikalen Standpunkten ist aber nicht weit und im Spiegel der letzten Verfehlungen von einigen hochrangigen NPD Funktionären diesen auch durchaus zuzutrauen.

Nur weil die Argumentation dabei geschickter geworden ist als früher, ist sie deswegen nicht weniger zersetzend und gefährlich. Man verteufelt einen Politikansatz, dessen Ursprung man offensichtlich nicht versteht bzw. nicht verstehen will, weil er möglicherweise Sympathien aus der Mitte der Gesellschaft kosten könnte. Eine armselige Einstellung, wenn man um nicht weniger kämpft als Deutschlands Freiheit. So nützlich ein paar Stimmen aus der bürgerlichen Mitte bei einer Wahl auch sein mögen, so wenig ersetzen sie die Menschen, die an der Basis jeden Tag ihrer Überzeugung folgen und für die ihre Weltanschauung nicht nur ein Lippenbekenntnis ist.

Taktik, Auftreten und konkrete Aktionen des „schwarzen Blocks“ mögen diskussionswürdig sein - die Motivation desselbigen aber zu keiner Zeit. Jeder, der sich einmal die Zeit genommen hat, abseits von Internetforen mit den Kameraden statt nur über sie zu reden, wird anerkennen müssen, daß von dem gern benutzten Bild des Anarchisten nichts übrig bleibt.

Was bleibt sind junge und oft hoch motivierte Kameraden, die es nicht einsehen, auch die andere Wange hinzuhalten, wenn mal wieder auf einer Demonstration das zugesagte Recht gebrochen wird. Die nicht bereit sind einfach aufzugeben, wenn man ihnen ihre Grundrechte nehmen möchte. Und genau da ergibt sich die Überscheidung, genau dort stehe ich mit den Kameraden in einer Reihe, genau dort genießt jeder innerhalb und ausserhalb des „schwarzen Blocks“ meine Solidarität!

Wer wirklich glaubt, daß wir in diesem System irgendetwas geschenkt bekommen werden, weil wir uns stets freundlich und devot gebeugt haben, ist bereits soweit in diesem System angekommen, daß er selbst Teil des Problems geworden ist und braucht sich nicht zu wundern, wenn er zukünftig auch so behandelt wird!

Die NPD sollte, wenn sie entgegen allen Erwartungen doch noch an einer weiteren Zusammenarbeit aller nationaler Kräfte interessiert ist, schleunigst sehen, wie sie diesen Schaden wieder gerade biegen will. Unter den schwarzen Fahnen der Wut und des Hasses auf dieses System, haben sie mit einem auf das bürgerliche Lager ausgerichteten Kurs auf jeden Fall keinen Platz!
Termine
Immer auf dem Laufenden!
Für uns abstimmen!
Presseschau
Archiv