Nachdem wir bereits im Mai einen längeren Urlaubsbericht aus Mecklenburg und Pommern veröffentlichten, in welchem wir versuchten, die örtlichen NPD-Strukturen kennenzulernen und in Vergleich zu westdeutschen Zuständen zu stellen, verschlug es uns im August nach Sachsen. Viel wird geredet in nationalen Foren, auf Weltnetzportalen und auch untereinander, dass die sächsischen Landtagsmitglieder sich von der Basis entfernen würden, dass es personelle Fragen gäbe, die einer Antwort bedürften, und dass vor allem die sächsische NPD nicht unterstützenswert wäre aus den Augen Nationaler Sozialisten. Also haben wir versucht, diese offenstehenden Fragen für uns befriedigend zu beantworten. Neben zwei Kameraden aus dem Kreis Recklinghausen waren auch zwei Kameraden der AG-Rheinland mit dabei.
Freiberg und das schöne Sachsen
Bevor es allerdings zu den ersten Treffen mit der NPD kam, nutze man die Zeit für anderweitige Aktivitäten. Da man in der Flammenstadt Freiberg in Mittelsachsen untergebracht war, lagen jedwede Ziele in Sachsen nicht zu weit entfernt. Zu Freiberg selbst sei lediglich gesagt, dass es sich auch um eine Studentenstadt handelt, und die gesellschaftlichen Klüfte zwischen West- und Mitteldeutschland hier weniger hervor scheinen, abgesehen von der völligen Abwesenheit kulturfremder Menschen, wie in ganz Sachsen. Jedoch wurde deutlich, dass auch hier allerlei Gutmenschen nachts ihr Unwesen treiben. Doch dem schenkte man nicht viel Beachtung, wussten die örtlichen Kameraden auch zu bestätigen, dass es sich hierbei nur um klägliche Selbsterhaltungsversuche handelte.
Natürlich besuchte man auch die Karl-Marx-Stadt Chemnitz im südwestlichen Sachsen. Zu allererst steuerte man natürlich den bekannten nationalen Laden von PC-Records an sowie den benachbarten ,,Backstreetnoise“-Versand. Nachdem man sich mit allerlei musikalischen und modischen Neuheiten eingedeckt hatte, ging es weiter in die Chemnitzer Innenstadt. Furchteinflößend thront hier das riesige steinerne Monument von Karl Marx über der Stadt, auch viele weitere Reliefs zeugen von der kommunistischen Vergangenheit, wie kaum in einer anderen sächsischen Stadt. Nachdem man sich hier mit der lächelnden Fotographenmasse, die wohl den Marx für einen privaten Schnappschuss gebrauchen wollten, kritisch auseinandergesetzt hatte, ging es weiter in den stark frequentierten Innenstadtbereich. Im Gegensatz zu den umliegenden Dörfern und Freiberg war in Chemnitz kaum etwas von alter Schönheit zu sehen. Nicht zu Unrecht prangt auf der Autobahnabfahrt bereits das Schild ,,Stadt der Moderne“. Kommunistische Plattenbauten, Konsumtempel und der auf Wirtschaftlichkeit ausgerichtete Baustil des Kommunismus und Kapitalismus zieren die gesamte Stadt. Überbleibsel vergangener schönerer Tage waren kaum aufzufinden. Und auch Restaurants wie das ,,Schalom“ wussten durch Dutzende Davidssterne an den Fenstern und der Aussenfassade nicht allen zu gefallen, so was sieht man selbst im Westen nicht.
Im weiteren Verlauf des Urlaubs besuchte man noch verschiedene kleinere Dörfer und Sehenswürdigkeiten, wovon selbst die kleinste Gemeinde viel zu bieten hat, sowie das benachbarte Tschechien. Hier war man zwar natürlich darauf vorbereitet, dass es entlang der Grenze ausschließlich Touristenläden geben wird, jedoch war man doch überrascht von der Konstellation des Ganzen. So fand man in der näheren Grenzumgebung ausnahmslos asiatische Kleinstläden, die alles mögliche an Hehlerware und Waffen anboten, für die man unsererseits kein Geld auszugeben vermochte. Vor allem da es so schien, als wäre es eine Familie, die alle Läden betreiben würde, und lediglich von Nebeneingang zu Nebeneingang umherspringt, während man diese nacheinander aufsucht. In Zeiten von Arbeitsplatzabbau und Gewinnverlusten möglicherweise eine weitere ,,Optimierungsmöglichkeit“ für deutsche Innenstädte. Zum Glück fand man zum Schluß noch ein von böhmischen Menschen betriebenes Restaurant, wo man sich niederließ. Ob Reh oder Schnitzel, und dazu böhmische Knödel oder Kartoffeln, man konnte wenig falsch machen, und die Niedrigpreise sind einen Besuch alle Male wert.
Dresden und der sächsische Landtag
Um uns einen Einblick in die sächsische NPD-Struktur verschaffen zu können, besuchten wir natürlich auch die Landtagsräume in Dresden. Man empfing uns auch herzlich und gewährte uns einen Einblick in die Versammlungsräume der Partei, aber auch in den Plenarsaal und andere wichtige Orte. Aufgrund der andauernden Sommerpause waren natürlich wenig Menschen und vor allem wenig Landtagsabgeordnete anzutreffen, lediglich auf dem Flur der NPD herrschte reges Treiben. Neben dem Abgeordneten Arne Schimmer, mit dem wir auch ein längeres Gespräch über die NPD-NRW führen konnten, waren mehrere Mitarbeiter anwesend, die sich um die Sicherheit und Anrufe kümmerten. Alles in allem waren wir sehr zufrieden mit den Erkenntnissen, vor allem über das Interesse der Mitarbeiter und Abgeordneten an dem Zustand der NPD in NRW, denn auch hier ist das Landtagswahldebakel nicht spurlos vorüber gegangen.
Im Anschluss besichtigten wir noch die Dresdner Innenstadt, die wohl zu einem der schönsten und geschichtsträchtigsten Orte Deutschlands zählen dürfte. Das Dresdner Barock, das von König August dem Starken im 17. Jahrhundert eingeläutet wurde, ziert heute noch die gesamte Stadt. Im Gegensatz zu Chemnitz wurden neumodische Einflüsse aus der Innenstadt ferngehalten, lediglich im weiteren Innenstadtumfeld gibt es einige wenige Einkaufszentren, die allerdings weniger auffallen. Doch so schön der Tag auch hätte werden können, ein älterer Herr wollte uns die Stimmung vermiesen. Mit einer roten Fahne in der Hand und wirschen Flugblättern versuchte dieser, in der Altstadt Propaganda zu betreiben. Angesicht des ungeheuren Leids, das diese Fahne über Ost- und Mitteldeutschland gebracht hat, alleine schon weil sie es war, die mehrere Hunderttausende Zivilisten nach Dresden vertrieb, die dort im Februar 1945 durch den alliierten Bombenholocaust starben, waren wir nicht bereit, uns dies bieten zu lassen. Dem Mann und seinen drei Gefährten wurde unmissverständlich klar gemacht, dass diese Fahne für mehr als 100 Millionen Tote steht. Durch laute Diskussionen sollten umherlaufende Bürger aufgeklärt werden. Schnell wurde dem Mann die ihm nun gebotene Öffentlichkeit zu viel, wollte er doch für scheinheilige Völkerfreundschaft werben, und sich nicht für die vielen Massen- und Völkermorde der kommunistischen Diktaturen in Afrika, Kambodscha, der Sowjetunion, Nordkorea oder China rechtfertigen. Hätte es im Westen noch scharfe Kritik aus der Bevölkerung gehagelt für das nationale Einschreiten, bedankten sich in Dresden Bürgerinnen und Bürger durch Klatschen und ein freundliches Händeschütteln – eine andere Welt.
Das Deutsche Stimme-Pressefest 2010
Am Sonnabend stand nun natürlich der Höhepunkt des Urlaubs auf dem Programm. In Ostsachsen, unfern der polnischen und tschechischen Grenzen, sollte nach langer Pause das Pressefest des NPD-Hausverlages stattfinden. Neben verschiedenen Musikgruppen wie Sturmwehr und Sleipnir aus unserer Heimatregion Westfalen, sowie Brutal Attack und der Ü-Band, spielten die bekannten Liedermacher Frank Rennicke und Fylgien. Des weiteren traten viele verschiedene Vertreter der NPD, befreundeter Organisationen und ausländische Redner ans Mikrofon.
Da wir für verschiedene Ordnertätigkeiten eingeteilt waren, überlassen wir es anderen, über den Ablauf des Festes zu urteilen bzw. zu berichten. Man kann jedoch sagen, dass das Fest vernünftig und in letzter Feinheit vorbereitet und auch durchgeführt wurde. Neben genügend Verpflegungsständen gab es natürlich zahlreiche NPD-Stände, aber auch Wein-, Bekleidungs-, Musik- und Bücherstände. Wir denken, alles grundsätzlich Wichtige war vertreten, zudem noch einige zusätzliche Leckerbissen. Über Preise und Qualität kann man wie bei jedem Fest streiten, doch das sollen andere unter sich ausmachen, daran werden wir uns nicht beteiligen.
Durch die uns zugeteilten Aufgaben konnten wir zwar weniger dem Programm folgen, kamen aber in den Genuss einiger interessanter Gespräche. U.a. mit Dr. Olaf Rose und dem sächsischen NPD-Landtagsabgeordneten Andreas Storr. Ausführlich und sachlich erklärte man die Lage im heimischen Westfalen, und vergaß auch nicht zu erwähnen, dass man selbst aus der Notwendigkeit heraus für verschiedene andere Parteien im Wahlkampf aktiv war. Jedoch ist es leicht, diejenigen zu bestrafen, die diesen Weg einschlagen, statt jene, die andere Wege verbauen. Es wurde also die grundsätzliche Situation dargestellt und Alternativen hierzu bereitgestellt. Schnell kam man auf einen Nenner, sodass beide Herren ihre Unterstützung zusagten, ähnlich wie es bereits im Mai Vertreter der NPD in Mecklenburg und Pommern taten. Allen Beteiligten war oder wurde klar, dass ein politischer Neuanfang/Neuausrichtung der Partei im Westen von Nöten ist.
Es kam zudem noch zu Gesprächen mit dem NPD-Vorsitzenden Udo Voigt, dem kroatisch-amerikanischen Diplomaten Tomislav Sunic, sowie dem stellvertretenden JN-Bundesvorsitzenden Andy Knape. Nicht zu vergessen sind natürlich die zahlreichen Gespräche mit verschiedenen Aktivisten aus ganz Deutschland, mit denen man den Tag über zusammen arbeitete. Es war sehr interessant und aufschlussreich, wie man in anderen Teilen Deutschlands agiert, und Verbesserungen und Neuausrichtungen der eigenen Struktur in der Heimat sind immer willkommen, wenn diese von Nöten sind. Eine Bewegung, die von sich selbst meint, nicht zu verbessern zu sein und Neuerungen ablehnt, leidet an Stagnation und Verfall.
Gegen 24 Uhr war auch für uns der Tag nach 14 Stunden Arbeit beendet, und man half noch den letzten Kameraden beim Kampf aus dem Tümpel, der sich nach 20 Stunden Dauerregen Parkplatz nannte, bevor man sich auf den Weg durch das zu diesem Zeitpunkt schon schwer durch das Hochwasser verwüstete Ostsachsen machte, zurück nach Freiberg und anschließend zurück in die westfälische und rheinländische Heimat.
Die Bewegung braucht keine Partei?
Nüchtern und rein praktisch betrachtet mag diese Aussage, die schon sehr lange durch die Bewegung wabert, stimmen. Jedoch stimmt sie nur dann, wenn 1. keine Partei regional vorhanden ist, sondern ausschließlich freie Strukturen und 2. die regionale Bevölkerung auf alternative Aktionsformen ausreichend reagiert bzw. sich einbinden lässt. Punkt 1 trifft in ganz Deutschland nicht zu. Die NPD ist eine bundesweit agierende Partei, die in den Köpfen der Menschen, mehr negativ als positiv, verankert ist. Der erste Weg von jungen Menschen, aber vor allem von unzufriedenen Wählern und Menschen früherer Jahrgänge, führte daher in den meisten Fällen zuerst zu der NPD. Über das Weltnetz, die Medien, oder die Flugblätter ist sehr oft eine Kontaktadresse auszumachen. Wenn es nun zwar gut funktionierende freie Strukturen gibt, allerdings auch einen desolaten aber trotzdem vorhandenen Parteiapparat, muss sich zwangsläufig eine Konkurrenzsituation einstellen. Eine Landesführung, wie sie derweil die NPD-NRW hat, erhält nun einmal mehr Zuschriften und Interessentenanfragen als freie Strukturen – das ist Fakt. Sie kümmert sich allerdings nicht um diese, kann die Menschen aufgrund falscher Führung nicht einbinden, und schreckt diese langfristig ab. Diese Menschen werden als nächsten Schritt nicht den Weg zur freien Struktur einschlagen, ohne bereits zu Kontakten dorthin zu verfügen. Sie fallen schlicht und ergreifend weg, verfallen in Lethargie und verschwinden, möglicherweise sogar zu politischen Kontrahenten. Auch müssen wir einsehen, dass freie Widerstandsgruppen oftmals ausschließlich Jugendgruppen sind, die ihr Durchschnittsalter oftmals konstant halten. Volksgenossen über 30 Jahren sind selten an die örtlichen Gegebenheiten zu binden.
Man kann durch diesen Vorgang leicht erkennen, dass es sehr wohl von Nöten ist, alle nationalen Gruppen, seien es Parteien, Initiativen, Widerstandsgruppen, Musikgruppen usw. in eine gelebte Gemeinschaft einzubinden. Sie alle sprechen unterschiedliche Schichten und Altersgruppen an und beschreiten unterschiedliche Wege, wie sie ihren Widerstand leben, doch das weltanschauliche Manifest ist das Gleiche. Ewiger Aktionismus von Jugendgruppen ist zwar förderlich, darf aber nur ein Aspekt, ein Zweig des Nationalen Widerstandes werden. Wir müssen es schaffen, eine Bewegung zu werden, die alle nationaldenkenden Menschen einschließt, auch Kameraden mit Familien und einem ruhigeren Lebensstil als den, den viele junge Aktivisten vorleben.
Für uns als freie Struktur, als Jugendgruppe, ist es also mit Blick auf die nächsten Jahre sehr wohl ein Anliegen, die Nähe zu parteinahen und parteigebundenen Gruppen zu suchen, und die Politik der Landesführung positiv zu beeinflussen. Wir sehen uns weiterhin als außerparlamentarischen Widerstand und legen wenig Wert auf bürokratische und demokratische Parteiarbeit, u.a. Wahlen, Sitzungen usw., sind aber daran interessiert, mit den vorhandenen nationalen Gruppen und Parteien zu kooperieren bzw. eine sinnvolle Parteiarbeit auch in NRW zu ermöglichen, da es hier sehr wohl ein Wahlpotenzial von 5+X gibt. Zwar spielen für uns Ergebnisse und Zahlen kaum eine Rolle, jedoch sind wir bemüht, den Menschen, die wir nicht binden können, eine sinnvolle Alternative zu schaffen. Es geht, und das wird oft gesagt aber wenig gelebt, um Deutschland. Nicht um Gruppen, Namen, Personen oder regionale Mythen, sondern ganz allein um unser Deutschland und das deutsche Volk.
09. August 2010 – Aktionsgruppe Ruhr-Mitte & Aktionsgruppe Rheinland